Larung Gar

In der Provinz Sichuan liegt in den Bergen des Himalayas auf ca. 4000m die buddhistische Schule Larung Gar. In dieser Schule leben bis zu 10.000 Mönche, getrennt nach Geschlecht und in einfachen Holzhütten. Die Busfahrt ab Chengdu dauerte 13h und führte durch Flusstäler auf Straßen, die teilweise weder befestigt oder kaum breiter als der Bus waren. Deutsche Waldwege sind im Vergleich zu diesen Straßen wohl wie Formel 1 Strecken zu sehen. Schlaglöcher hatten eine solche Tiefe, dass man, wenn der Bus darüber fuhr, für gefühlt mindestens eine Sekunde in der Luft saß. Ganz zu Schweigen von dem steilen Hang am Fahrbahnrand, der in einem reißenden Fluss endet.

Als ein Freund und ich dort waren (buddhistisches Neujahrsfest, 2. März 2014) betrug die Temperatur um 0°C. Dementsprechend kalt war es auch in unserem Hostel, da sich dort kein Ofen befand. Was uns blieb, war es, jeweils zwei Decken zunehmen und zu hoffen, dass der Strom nicht ausfällt, sodass wenigstens die Heizdecken funktionierten.

Zum Glück haben wir bereits am ersten Tag einen freundlichen „Guide“ kennengelernt, der uns nicht nur die „Stadt“ zeigte, sondern uns auch zum Gebet eingeladen hat – um 7.00 Uhr morgens. Buddhisten, so friedlich wie sie sind, feiern das Neujahrsfest natürlich nicht mit großem Getöse, sondern – wie sollte es auch anders sein – mit Beten. Das Besondere hierbei ist aber, dass an den Hängen der Stadt Lautsprecher installiert sind, über die per „livestream“ der Gebetsgesang übertragen wird. Für Nicht-Buddhisten klingt das wie eine monotone sich endlos wiederholende Tonspur, was spätestens nach mehreren Stunden nicht mehr auszuhalten ist.

Larung Gar war ein einzigartiges Erlebnis, für das es sich gelohnt hat, die Strapazen der Busfahrt und die Kälte auf sich zu nehmen. Fernab von Touristen und auch Zivilisation haben wir wundervolle Eindrücke von freundlichen Menschen und ihrem Leben bekommen. So auch ein Leben ohne Dusche – für fünf Tage.

Tor zu Larung Gar